Liebe Leserin, lieber Leser,

 

dass Deutschland sich, wie ein Großteil der Welt, gerade in einer Ausnahmesituation befindet ist keine Neuigkeit. Aber genau jetzt, wenn die Angst und Sorgen über geschäftliche und finanzielle Nöte sowie die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit sich mehr und mehr ausbreitet, ist das Bewahren eines kühlen Kopfes erstes Gebot.

Bereits Anfang dieses Monates warnte Thomas Haldenwang, der Präsident des Verfassungsschutzes, vor einer Instrumentalisierung des Virus durch extreme politische Gruppierungen und Verschwörungstheoretiker. Solche Desinformationskampagnen, die die Migranten, der Bundesregierung oder sogar – wie aktuelle Fälle in England leider zeigen – 5G Telefonmasten die Schuld an der Krise zuschieben wollen, verbreiten sich auf den sozialen Medien wie Lauffeuer. Und das ist nur eine kleine Auswahl abstruser Ideen, die gerade im Umlauf sind.

Die Bundesregierung geht aktuell sehr besonnen und vorausschauend mit dem Thema um und fokussiert sich in der Krise auf Fakten. Trotzdem herrscht in den verschiedenen Bundesländern kein einheitliches Verständnis zum Umgang mit der Krise, so dass jedes Bundesland seine eigene Regelung z.B. zum Thema Aktivitäten im öffentlichen Raum verordnet. Auch bei den Hilfspaketen für Unternehmen zeigt sich ein bunter Flickenteppich.

Das alles verunsichert und macht die Lage für die Betroffenen noch angespannter, als sie ohnehin schon ist.

Nahezu jede politische Gruppierung sieht mit der COVID-19 Pandemie entweder ihre (vermeintlich) vorhergesagten Probleme bestätigt oder den perfekten Zeitpunkt, um alte Themen wieder hervor zu holen und in den Vordergrund zu schieben.

Es ist nicht legitim den Virus für die eigene Agenda zu instrumentalisieren.

Was die Gesellschaft und Wirtschaft jetzt und heute braucht ist eine klare Linie der Regierenden und aller Beteiligten.

Gleichzeitig ist es mehr denn je wichtig das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren.

Auch wenn  COVID-19 die Schlagzeilen beherrscht und jeden Aspekt des öffentlichen Lebens beeinflusst, verschwinden nicht die Probleme, die uns bereits vor dem Virus beschäftigt haben. Klimawandel, fehlende Wettbewerbsfähigkeit oder Digitalisierungsdefizite sind nach wie vor Herausforderungen, denen wir uns auch nach der Pandemie stellen müssen, genauso wie die kriselnde Wirtschaft, die uns noch länger in Atem halten wird.

 

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